Jugend demonstrierte Vielfalt und Können
Dass die Jugendorchester der drei Rödermärker Musikvereine in der "guten Stube" der Stadt, in der Kulturhalle, zusammen konzertieren, ist nichts Neues - und auch keine spezielle Erfindung des Musikvereins 03 Ober-Roden als Beitrag zu den Feierlichkeiten anlässlich des 100-jährigen Bestehens, das heuer ausgiebig und ausführlich begangen wird. Nein, 03-Maestro Stefan Eyßen und Eva-Maria Spitzhorn hatten bereits vor drei Jahren die Idee, die Jugend der Blasorchester aus Ober-Roden und Urberach gemeinsam zu präsentieren. Einige Vereine, auch etwa in Rodgau, nutzen ihre Jahres-Heimspiele auch zur Nachwuchs-Darstellung. Andere tun dies gerade und ganz bewusst nicht. Beide Vorgehensweisen haben ihre zwei Seiten. Aber so oder so, Fakt und absolute Notwendigkeit ist es, dass auch und gerade die Nachwuchsmusiker von Zeit zu Zeit sich, ihr Können und ihre Fortschritte einem größeren Publikum vorzeigen können.
Ist dies bei den Jahreskonzerte nicht der Fall, geht dem Nachwuchs ein sozusagen breites Forum "verloren". Wird es hingegen genutzt, sind die Ausbildungs- und Jugendorchester mitunter insbesondere für Teile des Publikums so etwas wie das fünfte Rad am Wagen. Werden indes naturgemäß noch nicht so versierte und hundertprozentig sattelfeste Musiker in Ausbildung in die Hauptorchester bei Konzerten integriert, wird deren interpretatorische Schlagkraft eingegrenzt. So ist die Idee, die Jugend aller Musikvereine einer Stadt geballt in Aktion treten zu lassen, sicherlich eine gute. Auch wenn sie nicht unbedingt das Publikum in der Größe anzieht, die die Initiatoren gerne haben würden. So war es auch am Sonntag in der längst nicht voll gefüllten Kulturhalle, wo die Spitzhorn/Eyßen-Erfindung diesmal in einen besonderen Rahmen, in den der 100-JahrFestivitäten der "03er", gestellt war. Auch der Konzerttitel war dem Anlass entsprechend plakativ, "Spirit of Youth", und das Motto beinhaltete Stilrichtungen von Blasmusik bis HipHop.
Für Letzteres sorgten die diesmaligen Gastgeber und Initiatoren (die innerhalb dieses Projekts jährlich wechseln), die jungen "03er", am Schluss ihres Sets zum Auftakt des Abends, mit Bryan Lorens "Do the Bartman". Selbstverständlich sollte auch Herkömmliches dabei sein, was sich bei der Truppe der 03-Trompeterin Andrea Hunkel in Form eines Marsches äußerte. Über SoundtrackSound und Latin-Groove arbeitete sich die Gruppe zum "Bartman" vor.
Danach war das unter der Leitung der Holzbläserin Anja Schrod stehende Jugendorchester des Musikvereins Viktoria 08 Ober-Roden dran. Es machte auf mit einem der schönsten Parts einer der populärsten Sinfonien überhaupt, mit dem Largo aus Antonin Dvoraks Sinfonie "Aus der Neuen Welt". Dem schlossen sich Musical-Parts und Pop an. Der fand seinen Höhepunkt in "Abbas" Hit "Dancing Queen", wobei sich die Ober-Röder am entsprechenden "A-Teens"-Cover orientierten. Im Anschluss daran war zum zweiten Mal Pause, in der es erneut an zwei Theken Getränke und frischgebackene Brezeln gab.
Das letzte Drittel gehörte den Urberachern, dem Jugendorchester des Musikvereins 06, das unter der Leitung des Holzbläsers Thomas Mischke steht. Mit "Take it easy" ging es in der Tat locker-flockig los. Dann wurde mit Klaus-Peter Bruchmanns "Piratentanz" zum brachialen "Star Wars", dem "Raiders Marsch" daraus, übergeleitet. Und bei James Curnows "A Day at the Circus", dem Finale der Urberacher, kam entsprechend gekleidetes und geschminktes Zirkus-Personal zum optischen Einsatz.
Und wenn man schon so selten dazu kommt, gemeinsame Sache zu machen, dann muss der Abschluss eines solchen Ereignisses im Tutti gestaltet sein. Die drei Jugendorchester taten dies mit dem Hörner-Hardrocker von "Europe"-Sänger Joe Tempest, mit "The Final Countdown". Durch den "Spirit of Youth - Rödermärker Jugend musiziert" hatte Eva-Maria Spitzhorn geführt. Die Stücke aber angesagt hatten einzelne Musiker aus den Orchestern
Quelle: Offenbach Post






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